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Palliativ Care
Palliativ Care, zu deutsch Palliativpflege, ist die aktive Begleitung und Pflege von Menschen im Sterbeprozess bis zum Eintritt des Todes. Die Pflege ist im besonderen Maße auf die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten.
Nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten stehen im Fokus der durch professionelle Pflegekräfte erbrachten Behandlung.


Palliativmedizin
Bei der Palliativmedizin handelt es sich um den medizinischen Fachbereich, der sich um eine bestmögliche medizinische, pflegerische und psychologische Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden bemüht und dabei auch die Angehörigen dieser Patienten nicht aus den Augen und dem Bewusstsein verliert.

In der Palliativmedizin werden Menschen mit einer weit fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit und sterbende Menschen ganzheitlich ver- und umsorgt. Das höchste Ziel der Palliativmedizin ist die Lebensqualität ihrer Patienten zu verbessern. Das beinhaltet die körperlichen Leiden und Einschränkungen der Patienten möglichst zu lindern, beziehungsweise so gering wie möglich zu halten und die Patienten und Angehörigen zusätzlich psychologisch zu betreuen. Die Angehörigen können auch nach dem Tod eines geliebten Menschen weiter betreut werden.


Die Palliativmedizin arbeitet interdisziplinär. Ärzte, Krankenhäuser, Seelsorger und Psychologen bilden ein greifendes Netzwerk bei der Betreuung todkranker Menschen und deren Familien.


1994 wurde die DGP (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin) gegründet. Die Gesellschaft zählt bereits 3.500 Mitglieder, deren Hauptanliegen es ist, die Palliativmedizin interdisziplinär allumfassend zu fördern und weiter zu entwickeln.


Parenterale Ernährung
Die parenterale Ernährung beschreibt die künstliche Ernährung, welche über Fusionen in die Blutbahnen direkt Nähr- und Energiestoffe an den Körper des Patienten abgibt.
Diese Form der künstlichen Nahrungsaufnahme kann den Erkrankten mit einer hohen Dosis an lebensnotwendigen Stoffen versorgen und eine schnelle und unkomplizierte Heilung unterstützen.
Eine weitere Form der künstlichen Ernährung ist die enterale Ernährung.


Parkinson
Parkinson (Morbus Parkinson) ist eine sich langsam entwickelnde neurologische Erkrankung und betrifft meist ältere Menschen zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr.
Für die Krankheit typisch ist ein fortschreitender Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn. Der Mangel an Dopamin führt letztlich zu den charakteristischen Symptomen.
Der Betroffene leidet in der Regel an Muskelstarre, Bewegungsarmut bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese), Muskelzittern und Haltungsinstabilität.
In 75 - 80 Prozent der Fälle tritt das Parkinson-Syndrom ohne erkennbaren Grund (idiopatisch) auf. Neben dem idiopatischen Parkinson-Syndrom gibt es noch das familiäre Parkinson-Syndrom (Veränderungen im Erbgut) sowie das symptomatische bzw. sekundäre Parkinson-Syndrom. Bei dieser Form der Erkrankung gibt es einen nachweisbaren Auslöser wie beispielsweise Gift, Medikamente oder häufig wiederkehrende Traumata des Gehirns (Boxerparkinson).
Parkinson kann über Jahre (manchmal auch Jahrzehnte) zunehmend gut mit Medikamenten behandelt werden. Heilen lässt sich die Krankheit nach derzeitigem Kenntnisstand allerdings nicht.


Patientenverfügung
Eine Patientenverfügung ist eine vorsorgliche Willenserklärung. Sie tritt in Kraft wenn aufgrund einer unvorhergesehenen Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit der Betroffene nicht mehr in der Lage ist seinen Willen bezüglich bestimmter Behandlungsmethoden zu äußern.
In der Patientenverfügung wird festgelegt, welche Schritte im Hinblick auf die ärztliche Versorgung erwünscht sind und welche Schritte unterbleiben sollen.
Informieren Sie sich hier was beim erstellen einer Patientenverfügung zu beachten ist.


Penicillin
Penicillin zählt zur Gruppe der Antibiotika. Penicillin findet weltweit bis heute große Anwendung. Wie andere Antibiotika greift Penicillin Bakterien an um diese wirksam zu bekämpfen.
Bei einer Behandlung mit Penicillin - oder auch mit anderen Antibiotika - ist es wichtig vorab zu klären, ob es sich tatsächlich um eine bakterielle Infektion handelt. In einem weiteren Schritt muss geprüft werden, welcher Bakterientyp die Infektion bedingt. Dies spielt eine Rolle um das für die Behandlung jeweils richtige Antibiotikum zu finden. Antibiotika wirken immer nur gegen bestimmte Bakterien. Es kann auch vorkommen, dass Bakterien eine Antibiotikaresistenz aufweisen. Dies ist dann der Fall, wenn Antibiotika in der Vergangenheit falsch verabreicht und eingenommen wurden.


Penicillin kommt vor allem bei diesen Infektionskrankheiten zum Einsatz: bakterielle Infektion der Haut, der Atemwege, des Halses, der Nase, der Ohren, der Zähne. Außerdem findet es vorbeugend Anwendung bei Zahnoperationen sowie bei weiteren Eingriffen im Mundbereich.


Pflege-Transparenzvereinbarung
Wie gut die Qualität eines Pflegedienstes ist, sollen Pflegebedürftige und deren Angehörige in Zukunft anhand von Schulnoten (sehr gut bis mangelhaft) erkennen können. Die Pflegenoten werden nach einer Qualitätsprüfung vergeben, die dem MDK (Medizinischen Dienst der Krankenversicherung) obliegt.
Bis Ende 2010 sollen alle ambulanten und stationären Einrichtungen einmal geprüft sein. Danach ist eine jährliche Kontrolle vorgesehen.
Bewertungsbereiche für stationäre Einrichtungen:

  • Pflege und medizinische Versorgung
  • Umgang mit Demenzkranken
  • Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Wohnen / Essen / Hauswirtschaft / Hygiene
  • Einschätzung der Bewohner

Für jeden Bereich wird eine Durchschnittsnote gebildet. Ferner gibt es eine Gesamtnote für die Einrichtungen. Diese sind aber nicht der Durchschnitt der Bereichsnoten, sondern werden direkt aus den Transparenzkriterien abgeleitet. Es handelt sich dabei um 64 Kriterien von denen 35 aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich kommen und somit gut 50 Prozent der Gesamtnote ausmachen. Bei der Bewohnerbefragung werden 18 Kriterien zugrunde gelegt. Das Ergebnis wird getrennt ausgewiesen. Insgesamt gibt es also 82 Transparenzkriterien für stationäre Einrichtungen.
Ambulante Pflegedienste werden im Grundsatz nach dem gleichen System geprüft. Es wurden 49 Einzelkriterien festgelegt. Diese sind folgenden Bereichen zugeordnet:

  • Pflegerische Leistungen
  • Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen
  • Dienstleistungen und Organisation

Auch hier wird eine Note für die Befragung des Kunden ausgewiesen.


Pflege-Weiterentwicklungsgesetz
Das Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, kurz Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG), trat im Juli 2008 in Kraft.
Gemeinsames Ziel der Artikeländerungen war und ist die Pflegeversicherung möglichst optimal auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen auszurichten.

Beschlossen wurden Änderungen in folgenden Bereichen:
- Neuer Beitragssatz der Pflegeversicherung von 1,95 % (entspricht einer Steigerung von 0,25 %)

  • 
Stärkung der ambulanten Versorgung durch das Einrichten von Pflegestützpunkten und den Einsatz von Pflegeberatern
  • 
Leistungsanpassung (besonders für Demenzkranke)
  • 
Einführung der Pflegezeit, d.h. bei einer akut auftretenden Pflegesituation eines nahen Verwandten haben Arbeitnehmer das Recht, für die Dauer von bis zu 10 Tagen der Arbeit fern zu bleiben, um diesen Verwandten zu pflegen. In Betrieben von über 15 Beschäftigten beträgt die Höchstpflegezeit sechs Monate. Eine Lohnfortzahlung in dieser Zeit ist bisher noch nicht gesetzlich geregelt. In dieser Zeit ist der Arbeitnehmer unkündbar.
  • 
Prävention und Rehabilitation sollen mit Hilfe des MDK gefördert werden
  • 
Qualitätssteigerung in der Pflege durch Qualitätsmanagement; Einführung und Transparenz von Standards und die Überprüfung dieser Standards durch den MDK
  • 
Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Ärzten mit Hilfe der Pflegekassen
  • 
Förderung der Wirtschaftlichkeit der Pflegeeinrichtungen und Entbürokratisierung
  • 
Änderungen in der privaten Pflegeversicherung



Pflegebedürftigkeit
Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen muss beim Betroffenen die Pflegebedürftigkeit im Sinne des SGB XI festgestellt werden.
Begriff der Pflegebedürftigkeit nach §14SGB XI:
Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen.
Krankheiten oder Behinderungen im Sinne des Absatzes 1 sind:

  • Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat,
  • Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane
  • Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen.

Die Hilfe im Sinne des Absatzes 1 besteht in der Unterstützung, in der teilweisen oder vollständigen Übernahme der Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens oder in Beaufsichtigung oder Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen.
Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Sinne des Absatzes 1 sind:

  • im Bereich der Körperpflege das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung, 
  • im Bereich der Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung, 
  • im Bereich der Mobilität das selbständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung, 
  • im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

Für die Gewährung von Leistungen ist der Betroffene einer der drei Pflegestufen zuzuordnen.


Pflegeberufe
Im Bereich der nichtärztlichen Pflegeberufe unterstützen Pflegerinnen und Pfleger hilfsbedürftige Menschen bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens. Die Fachrichtungen innerhalb der Pflegeberufe sind so unterschiedlich wie die Pflegebedürftigen selbst. 

Man unterscheidet zwischen:

Alten- und Krankenpflegern, die ihren Pflegeberuf primär in Seniorenwohnstiften, Senioren- bzw. Altenheimen, ambulanten Pflegediensten, Krankenhäusern und Kliniken ausüben.
Kinder- und Kinderkrankenpflegern, die in Kinder-, Jugend- und Erziehungsheimen sowie in Kindergärten und privaten Haushalten tätig sind und dort Kinder und Jugendliche bei ihrer körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung betreuen.
Heilerziehungspflegern, die in Heimen, Kliniken und privaten Haushalten arbeiten in denen Menschen mit einer geistigen, körperlichen und/oder seelischen Behinderung leben und Unterstützung bei der Eingliederung in das soziale und berufliche Leben benötigen. 

Alle Pflegeberufe sind Dienstleistungen bei denen die Lebenshilfe Schwächerer im Vordergrund steht.
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Pflegedokumentation
Pflegemaßnahmen, die ambulant oder auch stationär vollzogen werden, müssen immer genau und lückenlos dokumentiert werden. Die Pflegedokumentation ist verpflichtend durch die Maßstäbe zur Qualitätssicherung, gemäß § 80 Abs. 1 SGB XI, sowie die Rahmenvereinbarungen, gemäß § 75 SGB XI.
Jegliche Arten von Medikamentenverabreichung, sowie alle Maßnahmen der Behandlungspflege und Grundpflege müssen in diesen Aufzeichnungen enthalten sein. Die Stammdaten des Patienten, sowie eine genaue Dokumentation dessen Zustandsänderungen sind ebenso notwendig. Auch eventuelle Arztbesuche oder anderweitige ärztliche Behandlungen müssen sorgfältig belegt werden.
Die Pflegekraft vermindert das Risiko Fehler zu machen und der Fortgang der Behandlung kann genauestens geplant und dem Zustand des Pflegebedürftigen angepasst werden.


Pflegegeld
Pflegegeld ist eine Sozialleistung für pflegebedürftige Menschen. Vor dem Hintergrund, dass der Betroffene selbst entscheiden soll wie bzw. von wem er gepflegt werden will, hat auch nur er Anspruch auf dieses Geld, nicht etwa die Pflegekraft (auch nicht wenn es Angehörige sind).
Das Pflegegeld wird je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit eingestuft, das heißt, dass besonders schwere Pflegefälle mehr Pflegegeld bekommen als weniger schwere Pflegefälle. Diese Unterteilung ist kombiniert mit den tatsächlich benötigten Pflegestunden pro Woche.
Der Bezug von Pflegegeld kann auch mit der Inanspruchnahme von Sachleistungen kombiniert werden. Das Pflegegeld verringert sich dann entsprechend. Siehe hierzu auch: Pflegestufe


Pflegeheim
Es gibt drei unterschiedliche Heimtypen: Altenheim, Altenwohnheim und (Alten) Pflegeheim.
In einem Pflegeheim leben pflegebedürftige Menschen deren Abhängigkeitsgrad an die Versorgung durch dritte sehr hoch ist. Es handelt sich dabei meist um sehr alte, schwerst chronisch kranke und/oder schwerst behinderte Menschen.
In der Regel leben die Bewohner in Einzel- oder Mehrbettzimmern, welche nur sehr wenig Raum für persönliche Dinge bieten. Dafür ist die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung des Betroffenen durch das Pflegeheim rund um die Uhr gewährleistet.
In Einrichtungen der stationären Altenhilfe ist heute meist eine Kombination der traditionellen Heimtypen (Altenheim, Altenwohnheim und Pflegeheim) zu finden.


Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel dienen der Erleichterung der Pflege und der Linderung von Beschwerden. Pflegehilfsmittel sind häufig für eine möglichst selbstständige Lebensführung der zu Pflegenden notwendig.
Pflegebedürftige haben daher einen Anspruch auf die Versorgung mit diesen, den Alltag erleichternden, Hilfsmitteln.


Die Pflegekasse unterscheidet zwischen folgenden Pflegehilfsmitteln:


Technischen Pflegehilfsmitteln; Hierzu zählen unter anderem Notrufsysteme wie bespielsweise ein Hausnotruf, spezielle Pflegebetten und auch Lagerungshilfen.


Verbrauchsprodukte; Hierzu zählen unter anderem Einmalhandschuhe, Einlagen für die Matratze und auch Desinfektionsmittel.


Bei den Kosten für Pflegehilfsmittel verhält es sich folgendermaßen:


1. Kostenübernahme durch die Pflegekassen


Die Pflegeversicherung zahlt die Kosten nur dann, wenn die Krankenkassen nicht in der Leistungspflicht stehen. Welche Pflegehilfsmittel zur Verfügung gestellt werden und welche geliehen werden können, stehen im sog. Pflegehilfsmittelverzeichnis.


2. Private Zuzahlung zu den Pflegehilfsmitteln


Generell muss der Pflegebedürftige für technische Pflegehilfsmittel, das sind häufig Pflegebetten, einen Eigenanteil von 10 Prozent zuzahlen. Die maximale Zuzahlung beträgt 25 Euro.


Bei Härtefällen behält sich die Pflegekasse vor, unter bestimmten Gegebenheiten auf die Zuzahlung zu verzichten.


Die Belastungsgrenze in der Pflegeversicherung beträgt wie in der Krankenversicherung 2 % des jährlichen Bruttoeinkommens. Die Aufwendungen für Pflege und Krankheitsversorgung werden hier zusammen genommen. Wenn ein Versicherter durch bestimmte Umstände über die Belastungsgrenze kommen würde wenn er die Zuzahlungen im Bereich der Krankenversicherung leisten müsste, wird er von Zuzahlungen im Rahmen der Pflegeversicherung befreit. So wird Härtefällen vorgebeugt.


Bei chronischen Erkrankungen, die ständig behandelt werden müssen, ist die Belastungsgrenze auf 1 % des jährlichen Bruttoeinkommens herab gesenkt.


Außerdem besteht bei größeren technischen Pflegehilfsmitteln die Möglichkeit, diese für den Bedarfszeitraum zu entleihen. In diesem Fall entfällt die Zuzahlung. Auch wenn Rollstühle oder ähnliche Pflegehilfsmitteln von einem Arzt verordnet werden entfällt die Zuzahlung.


Bei den Verbrauchsprodukten erstattet die Pflegekasse Kosten bis zu 31 Euro pro Monat.

Stand: November 2010


Pflegekurse
Pflegekassen bieten den Menschen, die Angehörige  Pflegen und den Menschen, die ehrenamtlich pflegend tätig sind Kurse an, damit diese ihre freiwillige Pflege so professionell wie möglich gestalten können.
Die Pflegekurse sind kostenlos und werden in Zusammenarbeit mit Verbänden, Vereinen oder auch den Volkshochschulen veranstaltet, zum Teil können Beratungsgespräche auch direkt am Ort der häuslichen Pflege stattfinden.

In den Kursen erhalten die freiwilligen Pfleger praktische Anleitungen zu allen anfallenden alltäglichen Tätigkeiten die der zu Pflegende nicht mehr alleine ausführen kann. Solche Kurse sind zudem eine guten Austauschfläche von Betroffenen mit ähnlichen Problemen, denn die Entscheidung enge Angehörige selbst zu pflegen fällt oft nicht leicht und bedarf der Unterstützung durch Gleichgesinnte.


Pflegestufe
Die Pflegestufe wird durch die Pflegekasse bzw. den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung)  oder den Sozialmedizinischen Dienst festgelegt. Voraussetzung ist die Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Pflegestufen gelten für ambulante- und stationäre Pflege: 
Pflegestufe 1 (erhebliche Pflegebedürftigkeit)
Pflegebedürftige der Pflegestufe I sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Hilfsbedarf liegt bei wenigstens 90 Minuten pro Tag. Dabei müssen mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen.
Pflegestufe 2 (schwere Pflegebedürftigkeit)
Pflegebedürftige der Pflegestufe II sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Hilfsbedarf liegt hier bei wenigstens 180 Minuten pro Tag bei einem Grundpflegebedarf von mindestens 120 Minuten.
Pflegestufe 3 (schwerste Pflegebedürftigkeit)
Pflegebedürftige der Pflegestufe III sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Voraussetzung für Pflegestufe III ist ein Hilfsbedarf von mindestens 300 Minuten (5 Stunden) pro Tag mit einem Grundpflegeanteil von wenigstens 240 Minuten.
Häusliche Pflege - Höhe der Leistungen
Die Betroffenen können zwischen sogenannten Pflegesachleistungen (Leistungen durch professionelle Pflegekräfte) und Pflegegeld (Angehörige pflegen selber) wählen. Eine Kombination ist auch möglich. 
2010                                           Pflegesachleistungen             Pflegegeld
Pflegestufe 1                             €    440,00                                  €  225,00
Pflegestufe 2                             € 1.040,00                                  €  430,00
Pflegestufe 3                             € 1.510,00                                  €  685,00
Pflegestufe 3 Härtefall*             € 1.918,00
2012                                           Pflegesachleistungen             Pflegegeld
Pflegestufe 1                             €    450,00                                  €  235,00
Pflegestufe 2                             € 1.100,00                                  €  440,00
Pflegestufe 3                             € 1.550,00                                  €  700,00
Pflegestufe 3 Härtefall*             € 1.918,00
Pflege im Heim - Höhe der Leistungen
Für Betroffene bezahlt die Pflegeversicherung die Aufwendungen für Grundpflege, Behandlungspflege (bis auf wenige Ausnahmen) und soziale Betreuung. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie für Investitionen muss der Pflegebedürftige selbst bezahlten. Siehe hierzu auch: Eigenanteil. 
2010                                           Aufwendungen           
Pflegestufe 1                             € 1.023,00                                
Pflegestufe 2                             € 1.279,00                               
Pflegestufe 3                             € 1.510,00                               
Pflegestufe 3 Härtefall*             € 1.825,00
2012                                           Aufwendungen
Pflegestufe 1                             €  1.023,00                                 
Pflegestufe 2                             € 1.279,00                                
Pflegestufe 3                             € 1.550,00                                
Pflegestufe 3 Härtefall*             € 1.918,00
*Härtefall:
Wenn das übliche Maß der Pflegestufe III weit überschritten wird und ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand erforderlich ist (z.B der Betroffene muss auch mehrfach in der Nacht gepflegt werden).


Pflegestützpunkt
Mit der Pflegereform 2008 wurde die Einrichtung von Pflegestützpunkten beschlossen. Die wesentlichen Aufgaben von Pflegestützpunkten bestehen in der Beratung, Vermittlung und Koordinierung von Hilfen für Pflegebedürftige und deren Angehörigen. 
Unter Berücksichtigung der individuellen Wohn- und Lebenssituation sollen  Pflegestützpunkte dem Betroffenen helfen sich zu orientieren, die richtige Form der Unterstützung zu finden und gegebenenfalls die notwendigen Anträge zu stellen. Auf Wunsch des Einzelnen soll das gesamte Leistungsgeschehen für Pflegebedürftige hier koordiniert werden.
Die Entscheidung ob und wie viele Pflegestützpunkte in einem Bundesland errichtet werden verbleibt jeweils bei der obersten Landesbehörde. Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das flächendeckend ab dem 1. Januar 2009 Pflegestützpunkte eingerichtet hat.


Pflegeversicherung
Pflicht- und freiwillig Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung sind seit 1. Januar 1995 automatisch auch pflegeversichert. Privatversicherte sind verpflichtet das Risiko der Pflegebedürftigkeit selbst zu versichern.
Der Antrag auf Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz ist bei der jeweils zuständigen Pflegekasse zu stellen. Bedenken Sie, dass Leistungen generell erst ab dem Monat der Antragstellung und nicht rückwirkend erbracht werden.
Sobald Ihr Antrag auf Leistungen bei der Pflegekasse eingegangen ist, wird der MDK (Medizinischeer Dienst der Krankenversicherung) mit der Begutachtung des Betroffenen beauftragt. Ein/e Gutachter/in stellt dann gegebenenfalls die Pflegebedürftigkeit fest und nimmt die Bewertung für eine der drei Pflegestufen vor.
Der Pflegebedürftige kann zwischen der Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen und Pflegegeld wählen. Auch eine Kombination von Sachleistung und Pflegegeld ist möglich.


Pflegezeitgesetz
2008 wurde im Pflegeweiterentwicklungsgesetzt (PfWG) die Pflegezeit eingeführt. Hier wird geregelt in welchem Maße sich Arbeitnehmer um pflegebedürftige Angehörige kümmern können.
Bei einer akut auftretenden Pflegesituation eines nahen Verwandten haben Arbeitnehmer das Recht, für die Dauer von bis zu 10 Tagen der Arbeit fern zu bleiben, um diesen Verwandten zu pflegen.
In Betrieben von über 15 Beschäftigten beträgt die Höchstpflegezeit sechs Monate. Eine Lohnfortzahlung in dieser Zeit ist bisher noch nicht gesetzlich geregelt. In dieser Zeit ist der Arbeitnehmer unkündbar.


Pick-Krankheit
Die (Morbus) Pick-Krankheit, die eine Form der frontotemporalen Demenz ist, bezeichnet eine Nervenerkrankung im Gehirn (neurodegenerative Erkrankung).
Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit, bei der Gedächtnis- und Orientierungsverlust im Vordergrund stehen, sind die hauptsächlichen Symptome für die Morbus-Pick-Krankheit Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen. 
Der Verlauf der Krankheit zeigt, dass der Betroffene anfangs emotional abstumpft, anschließend Störungen in Sprach- und Verhaltensweisen vorweist und schließlich die Sprache komplett verliert und pflegebedürftig wird.
Die Erkrankung an den Stirn- oder Schläfenlappen hat zur Folge, dass dieser Bereich aussetzt. Dem Patienten fällt die Steuerung für Gefühle, ebenso wie das Organisieren, sehr schwer. Der Betroffene handelt ohne Antrieb und Lust.
Medikamente, die für Alzheimer geeignet sind, zeigen bei Morbus Pick keine Wirkung. Eine Heilung der Krankheit ist nach aktuellem Stand der Medizin nicht möglich.


Prothese
In der Medizin wird ein künstlich geschaffenes Erzeugnis, welches dem Ersatz von Gliedmaßen, Organen oder Teilen eines Organs dient, als Prothese bezeichnet.
Man unterscheidet zwischen Exoprothesen (Prothese außerhalb der Körpers) und Endoprothesen bzw. Implantaten, wie beispielsweise einem künstlichem Hüftgelenk.
Bei Prothesen, die zum Teil aus dem Körpergewebe ragen, spricht man vom so genannten offenem Implantat. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das Zahnimplantat.


Psychose
Als Psychose bezeichnet man psychische Störungen bei denen die Realität zwischenzeitlich anders wahrgenommen wird. Stress, Traumata aber auch große Veränderungen können Psychosen auslösen. Gleichzeitig wirken Psychosen häufig als Schutzmechanismus in Zeiten großer Veränderungen.
Man unterscheidet zwischen schizophrenen Psychosen und affektiven Psychosen. Bei schizophrenen Psychosen kommt es zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Bei affektiven Psychosen kommt es zu extremen Stimmungsschwankungen, die in Depressionen oder manisch-depressiven Stimmungen gipfeln können.

Generell kann jeder Mensch an einer Psychose erkranken. Frauen erkranken weniger häufig an Psychosen als Männer. Mit zunehmendem Alter erkranken immer mehr Menschen an so genannten Alterspsychosen. Der Hauptverursacher der Alterspsychosen ist die Demenz. Wenn Betroffenen den schleichenden Verlust der eigenen Erinnerung bemerken, kann diese Bewusstwerdung in Depressionen enden. Auch der Verlust des Partners, der Beginn der Rentenzeit etc. können Wegbereiter für Psychosen im Alter sein.

Für viele Arten von Psychosen gibt es zahlreiche Therapiemöglichkeiten. Die Therapie muss jedoch auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten und auf das Zusammenspiel mit dessen Familie abgestimmt werden um erfolgreich zu sein.

Psychosoziale Therapien, Familientherapien, Kunst- und Tanztherapien oder auch medikamentöse Therapien sind nur einige der möglichen Therapiearten für Psychosen.

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